N2 Science Communication Conference

Brachiosaurus Skelett im Naturkunde Museum Berlin

Ich war die letzten drei Tage in Berlin auf der N² Science Communication Conference in Berlin und möchte ein wenig dazu schreiben. Der Auftakt fand im Naturkunde Museum direkt neben den beiden Brachiosaurus Skeletten statt, welche den perfekten Rahmen für den Vortrag von Johannes Vogel setzten. “Innovation and Participation” sollten nach seiner Meinung Hand in Hand gehen, den ohne Beteiligung der Gesellschaft erreicht der wissenschaftliche Fortschritt diese auch nicht. Wichtig sei daher eine angemessene Kommunikation von Wissenschaftlern zur Öffentlichkeit auf Augenhöhe. Ein besonderes Anliegen ist ihm der Klimawandel und die durch den Menschen verursachten Veränderungen in der Biosphäre. Politik und Wissenschaft seien hier eine unheilige Allianz eingegangen. Statt Folgen und Ursachen verständlich zu erklären hätte man sich auf die rohen Daten verlassen, der normale Bürger habe aber kein Gefühl dafür was 400ppm C02 oder +2°C bedeuten und ihn beeinflussen. Es brauche nun “einen schnellen Wandel” sonst folgt ein “langsames Sterben”. Mit Verweis auf die uns umgebenden Fosilien endete sein Vortrag mit der Frage “Sie haben eine sich ändernde Umwelt nicht überlebt, glauben sie wir werden es?” Zur Unterhaltung, Auflockerung der Stimmung und als positives Beispiel für Science-Communication folgte der humorvoller Vortrag “Physics of Hollywood” von Sascha Vogel und ein starkes Plädoyer für Open Access, denn wenn Ergebnisse hinter Paywalls verschwinden ist das der Kommunikation nicht sehr förderlich. Abgerundet wurde der Abend durch ein Häppchen, Getränke und interessante Gespräche.

Der zweite Tag war geprägt durch zwei Workshop Sessions. Vormittags lernte ich mehr über das schreiben von populärwissenschaftlichen Texten. Als Kontrast zu diesem ehre theoretischen Programm nahm ich nachmittags an einer Art Wissenschafts-Rhetorik Kurs teil, in dem wir ganz praktisch Grundlegende Verhaltensweisen und “Stellknöpfe” für einen Vortrag geprobt haben. Ich bin gespannt ob ich diese bei den nächsten Science-Slams anwenden kann. Dazwischen gab es wieder Zeit für Gespräche und einen Vortrag von Tobias Maier vom NaWick darüber welche Faktoren die Art und Weise beeinflussen auf welche Informationen für Laien aufbereitet werden müssen. Um ganz praktisches Wissen ging es abends beim Pub-Quiz im Cafe Hardenberg, wo der Abend bei gutem Essen und Bier ausklang.

Am dritten und letzten Tag berichtete uns Onur Güntürkün von seinen Erfahrungen im Zusammenhang mit Öffentlichkeitsarbeit im akademischen Alltag. Seiner Meinung nach ist es bei der Pressemitteilung fast noch wichtiger als bei der tatsächlichen Publikation auf die richtige Wortwahl zu achten. Diese müsse mindestens zehn Zyklen des Umschreibens im “stille Post”-Spiel überstehen können ohne den Inhalt zu verlieren, denn unter Falschmeldungen leidet die eigene Glaubwürdigkeit. In der Abschließenden Podiumsdiskussion mit Onur Güntürkün, Jule Specht, Stephan Balzer und Sybille Anderl herrschte große Einigkeit über die Bedeutung der Öffentlichkeitsarbeit. Jedoch zeigten sich auch Unterschiede im Bezug auf die Rolle des individuellen Wissenschaftlers. Onur Güntürkün brachte hier auch meine Meinung gut auf den Punkt: Der Kern unserer Aufgabe sollte die Forschung sein. Wenn diese Ergebnisse bringt sollte man dann aber darüber berichten.

So gingen drei spannende und lehrreiche Tage zu Ende und ich kann den Organisatoren nur zu dieser Gelungenen Veranstaltung gratulieren.

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