Fahrradtour durch eine verschandelte Landschaft

Am Wochenende war ich mit dem Rad unterwegs beim Sternmarsch für Alle Dörfer bleiben, eine Initative von Menschen die nicht für den Tagebau Gatzweiler umgesiedelt werden wollen. Dabei ging es von Mönchengladbach über Erkelenz in ein kleines Dorf mit dem Namen Kuckum, das heute direkt an der Abbruchkante des Tagebaus liegt. Der Kontrast ist schon sehr groß wenn man eine Stunde durch das schöne Rheinland geradelt ist und plötzlich vor einer riesigen Narbe in der Erde steht.

Ich würde ja mal gerne so einen “Windkraft-Gegner” hierher einladen. Ich denke die meisten von denen waren wohl noch nie hier. Es ist ein ganz anderes am Rand der Abbruchkante zu stehen als sich Fotos anzugucken (btw, RWE ist a nicht glücklich drüber, aber es gibt einen “Aussichtspunkt“) . Ich für meinen Teil bekomme a schon ein ziemlich unwohles Gefühl Anbetracht der vor einem liegenden Wüste. Für aber genau diese Narbe wurde und wird die Heimat von Menschen zerstört, ihre Häuser abgerissen und zwangs-umgesiedelt. Wo jedem klar sein sollte, das wir DRINGEND weniger, am besten kein CO² mehr ausstoßen sollten, geht dieser Irrsinn trotzdem weiter als gäbe es keine Alternative wegen der Versorgungssicherheit. Leider kommen hier die Windkraft-Gegner ins Spiel die mit ihrer Not-in-my-Backyard Attitüde gegen die “verspargelung” ihrer Landschaft und den “Infraschall” kämpfen. Mir wären 100 Windräder nebenan lieber als ein riesiges, Feinstaub produzierendes Loch in dem nach dem Klimaschälichsten Energieträger überhaupt gegraben wird. Liebe Winkraft-Gegner: Das ist die Verschandelung für die ihr direkt mitverantwortlich seid. Ihr müsst sie nur nicht täglich sehen.

Bei der Abschlusskundgebung war ein Mann mit einem Schild auf dem nur ein Wort in Großbuchstaben stand: “WENIGER” Ich glaube, er hat recht.

Das ist wie ein Schwelbrand im Keller während man im Erdgeschoss die Fußboden-Dielen ölt. ( Ilhan )